anna maria pammer
lost brains
sopran

 

Der Genius im beginnenden 19. Jahrhundert als Objekt der Begierde entfesselter Forscher. Der virtuelle Traum des Geklonten. Die voyeuristische Sucht nach göttlichen Vorgängen unter der Schädeldecke.
Im Kopf eine Art Kanalsystem kommunizierender Gefäße.
Der Plexus.

Die Zellen sind verkabelt. Dies Knacksen in der Leitung spricht für sich.

Der außergewöhnliche Funken im Kopf des Franz Joseph Haydn.

 

Die Gründe für den Raub des Schädels von Joseph Haydn 1809, unmittelbar nach dessen Tod, liegen in der seit der Aufklärung wachsenden Neugierde nach Vorgängen im menschlichen Hirn.
lost brains führt in eine virtuelle Welt, die mit Hilfe von Filmsequenzen und bewegenden Bildern in Echtzeit (auf Basis der MRT und EEG-Daten cerebraler Untersuchungen) das Schaffen Joseph Haydns transzendiert.

Die auf der Bühne agierenden Personen (Musiker und Sänger) werden auf ihr ausschließliches und einmaliges Menschsein zurückgeworfen. Gefangener seines Selbst. Er, der durch das scheibchenweise Zerschneiden des Hirnes des Genius’ glaubt Vergangenes mit Gegenwärtiges und Zukünftiges verbinden zu können. Eine neue Schöpfung?

Der tote Haydn ist eines der prominentesten Opfer der Gehirnforschung, die (mit ihren Auswüchsen ins Wahnhafte) das Thema des Stücks ist.

 
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